Inge Jünemann, Kirstin Henrici und Tobis Armbrecht (v. l. n. r.) hatten während der Gemeindeversammlung viel zu berichten. Foto: Bordfeld

Eisdorf (pb). Dass der Kirchenvorstand Eisdorf und der Förderverein „Die Kirche bleibt im Dorf“ mit Superintendentin Ilse Lontke im Gespräch stehen, um eine Möglichkeit zur Überbrückung der Vakanz-Zeit bis zum November diesen Jahres zu finden, machte der Kirchenvorstands-Vorsitzende, Tobias Armbrecht, während der Versammlung der Kirchengemeinde Eisdorf/Willensen im Gemeindehaus deutlich.

 

Zwar werde man die Zeit zwischen dem Weggang Pastor Jens Kertess im Januar diesen Jahres bis zur Neubesetzung der Pfarrstelle im November mit Hilfe des Vakanzvertreters Peter Schlichting, des Kirchenkreisamtes, der Superintendentur und der Unterstützung verschiedenster Pastoren aus den Nachbargemeinden meistern können, aber vielleicht gebe es ja eine bessere Lösung. Denn sowohl der Kirchenvorstand, als auch die Gemeindeglieder spürten schon jetzt ganz deutlich, was es bedeuten kann, wenn der Pastor nicht mehr greifbar ist.

Termine müssten abgesprochen werden, und im Pfarrbüro sei zuverlässig nur zu den Bürozeiten jemand erreichbar. In den Gottesdiensten in Eisdorf und Willensen seien nicht nur bekannte Pastoren oder Lektoren zu sehen, und es müsse vielleicht auch öfter in die Nachbargemeinden zur liturgischen Feier gefahren werden. Der Konfirmandenunterricht wird zurzeit vom Jugenddiakon Armin Günther durchgeführt. Ab dem 1. März wird die Jugenddiakon-Praktikantin Niehus diese Aufgabe übernehmen, sie wird auch mit in die Konfirmandenfreizeit fahren. Den Konfirmandengottesdienst am 8. Mai wiederum wird Pastor Andre Dittmann durchführen.

Ab November, werde es aber eine erneute Änderung geben. Denn mit dem Ruhestand von Pastor Reinhard Wicke werde eine Pastorin oder ein Pastor für die Kirchengemeinden Eisdorf/Willensen und Förste/Nienstedt zuständig sein. Bereits im April, spätestens im Mai, werde auf Ebene des Kirchenkreises entschieden, wo der künftige gemeinsame Pfarrsitz ist. Es sei aber völlig egal, wo der Pastor wohnen werde, die andere Kirchengemeinde höre dann nicht auf zu existieren, beide blieben eigenständig bestehen, so Armbrecht weiter.

Der Pastor oder die Pastorin habe dann allerdings vier Dörfer zu versorgen, zwei Kirchen und ein Kapelle sowie rund 2 800 Gemeindeglieder. Für den Kirchenvorstand stelle sich schon jetzt die Frage, wie er oder sie das alles leisten könne. Jeden Sonntag zwei Gottesdienste, an den Festtagen – wie Weihnachten – seien es dann sogar sechs bis sieben, vier Konfirmandengruppen, zwei Konfirmandenfreizeiten im Jahr, jeden Monat zwei Kirchenvorstandssitzungen, dazu feste Bürostunden in beiden Gemeinden.

Mit den Nienstedter und Förster Kirchenvorstehern sei man sich einig darüber, dass eine Pastorin oder ein Pastor die komplette Arbeit nicht allein übernehmen könne, die bisher von zwei Personen geleistet wurde. Hier müsse es zu Veränderungen kommen. Es werde in allen Bereichen die verstärkte Mitarbeit von Ehrenamtlichen notwendig sein.

Eine große Herausforderung für die Gemeinde und deren Mitglieder sei aber auch  gleichzeitig eine große Chance für alle, das Gesicht ihrer Kirchengemeinde mit zu prägen. „Um eine Überforderung von Kräften und der Zeit von Ehrenamtlichen zu vermeiden, kommen wir aber um eine engere Zusammenarbeit der Gemeinden nicht herum“, so der Sprecher weiter.

Es gebe auch Möglichkeiten der übergemeindlichen Zusammenarbeit, die sich sicherlich in den kommenden Jahren entwickeln werde. Und in einer guten Zusammenarbeit sehe er auch einen Gewinn für alle.

Doch bevor Tobis Armbrecht nach vorne schaute, ließ er das Jahr 2010 Revue passieren und erinnerte daran, dass nach zehn Jahren Kirchenvorstandsarbeit Evi Giesecke aus beruflichen und persönlichen Gründen zurückgetreten ist. Nach dem Weggang von Pastor Jens Kertess wurde die Position des stellvertretenden Kirchenvorstandsvorsitzenden frei. Frau Inge Jünemann wurde als Nachfolgerin gewählt.

Und die rief zusammen mit Kirstin Henrici die Geschehnisse in der Kindertagesstätte St. Georg in Erinnerung, wo zurzeit 56 Kinder von sieben Erziehrinnen in drei Gruppen betreut werden. Da die Landeskirche im Sommer die Zuweisungsmittel gekürzt habe, habe man die Sonderöffnungszeiten kürzen müssen. Die Kirchengemeinde werde sich aber als Träger dafür einsetzen, dass im Interesse der berufstätigen Eltern längere Öffnungszeiten wieder möglich werden.

Der Baubeauftragte, Wolfgang Lewin, machte abschließend noch einmal deutlich, dass nicht „nur“ am Gotteshaus, sondern auch am Gemeinde- und Pfarrhaus der Zahn der Zeit genagt hatte, man diesen Widernissen aber rechtzeitig und gründlich entgegengewirkt habe.